[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Die drei Törichten

Es waren einmal ein Bauer und sein Weib, die hatten eine Tochter, um die freite ein Herr. An jedem Abend pflegte er zu kommen und sie zu besuchen, und er blieb immer zum Abendessen auf dem Hof. Die Tochter wurde dann immer in den Keller geschickt, damit sie Bier aus dem Fass zapfe. So war sie eines Abends hinuntergegangen, um das Bier zu zapfen, und zufällig schaute sie hinauf zur Decke, während sie den Hahn aufdrehte, und da sah sie hinter einem der Balken einen Schlegel stecken. Er musste da schon seit langer, langer Zeit gesteckt haben, aber irgendwie hatte sie es niemals vorher bemerkt, und nun begann sie darüber nachzudenken. Und sie dachte, es sei sehr gefährlich, den Schlegel hier zu haben, und sie sagte zu sich selbst: »Angenommen, er und ich heiraten, und wir haben einen Sohn, und der wächst heran und wird ein Mann, und er kommt in den Keller, um Bier zu zapfen, so wie ich es jetzt tue, und der Schlegel fällt ihm auf den Kopf und tötet ihn, was wäre das für eine entsetzliche Sache!« Und sie stellte die Kerze und den Krug ab, setzte sich nieder und fing an zu weinen.

Nun, oben fingen sie an sich zu wundern, warum sie so lange beim Bierzapfen war, und ihre Mutter ging hinunter, um nach ihr zu sehen, und fand sie auf der Bank sitzend, und sie weinte und das Bier lief über den Boden. »Nanu, was ist denn nur los?« sagte die Mutter. »O Mutter!« sagt sie, »sieh den schrecklichen Schlegel an! Angenommen wir heiraten, und wir haben einen Sohn, und er wächst heran und kommt in den Keller, um Bier zu zapfen, und der Schlegel fällt ihm auf den Kopf und tötet ihn, was wäre das für eine entsetzliche Sache!« »Ach du mein Liebes, was wäre das für eine entsetzliche Sache!« sagte die Mutter, und sie setzte sich neben ihrer Tochter nieder und fing auch an zu weinen.

Dann nach einer Weile begann der Vater sich zu wundern, warum sie nicht zurückkamen, und er ging in den Keller, um selbst nach ihnen zu sehen. Und da saßen die beiden und weinten, und das Bier lief über den ganzen Boden. »Was ist denn nur los?« sagt er. »Ach«, sagt die Mutter, »sieh den schrecklichen Schlegel an. Einmal angenommen, unsere Tochter und ihr Liebster heiraten und haben einen Sohn, und er wächst heran und kommt in den Keller, um Bier zu zapfen, und der Schlegel fällt ihm auf den Kopf und tötet ihn, was wäre das für eine entsetzliche Sache!« »Ach du meine liebe Güte! Das wäre es wirklich!« sagte der Vater, und er setzte sich nieder und fing an zu weinen.

Nun wurde es der Herr müde, in der Küche allein bleiben zu müssen, und er ging zuletzt auch in den Keller hinunter, um zu sehen, was sie da täten. Und da saßen alle nebeneinander und weinten, und das Bier lief über den ganzen Boden. Und er ging hin und drehte den Hahn ab. Dann sagte er: »Was in aller Welt macht ihr drei hier? Ihr sitzt da und weint und Lasst das Bier über den ganzen Boden laufen?«

»Oh!« sagt der Vater, »seht den schrecklichen Schlegel an! Angenommen, Ihr und unsere Tochter heiratet, und ihr habt einen Sohn und der wächst heran und kommt in den Keller, um Bier zu zapfen, und der Schlegel fällt ihm auf den Kopf und tötet ihn!« Und dann fingen sie alle an noch ärger zu weinen als vorher. Aber der Herr brach in Lachen aus, fasste hinauf und zog den Schlegel heraus. Und dann sagte er: »Ich bin viele Meilen weit gereist, und nie vorher habe ich drei so törichte Leute getroffen wie euch. Und nun werde ich wieder auf Reisen gehen, und wenn ich drei größere Toren finde als euch drei, dann will ich zurückkehren und eure Tochter heiraten.« So sagte er ihnen Lebwohl und machte sich auf die Reise, und er verließ sie alle, während sie darüber weinten, dass das Mädchen seinen Liebsten verloren hatte.

Nun, er machte sich auf und reiste weit und kam zuletzt zur Hütte einer Frau. Auf dem Dach der Hütte wuchs Gras. Und die Frau versuchte ihre Kuh dazu zu bringen, über eine Leiter zu dem Gras zu gehen, und das arme Vieh wollte nicht. Da fragte der Herr die Frau, was sie da mache. »Na, seht doch«, sagte sie, »seht all das schöne Gras. Ich bin dabei, die Kuh auf das Dach zu kriegen, damit sie das Gras frisst. Sie wird da ganz sicher sein, denn ich werde einen Strick um ihren Hals binden und ihn durch den Kamin herunterlassen und ihn an mein Handgelenk binden, während ich im Haus bin, so dass sie nicht herunterfallen kann, ohne dass ich es merke.«

»O du armselige Törin!« sagte der Herr, »du solltest das Gras abschneiden und es der Kuh herunterwerfen!« Aber die Frau meinte, es sei leichter, die Kuh über die Leiter hinaufzukriegen als das Gras herunter, und so schob sie die Kuh und redete auf sie ein und brachte sie auch hinauf. Sie band ihr einen Strick um den Hals, ließ den durch den Kamin herunter und machte ihn an ihrem eigenen Handgelenk fest. Und der Herr ging seiner Wege. Aber er war noch nicht weit gegangen, da purzelte die Kuh vom Dach und hing an dem Strick, der um ihren Hals gebunden war, und der erwürgte sie. Und das Gewicht der Kuh, die an ihr Handgelenk gebunden war, zog die Frau in den Kamin hinauf, und sie blieb halberwege stecken und erstickte im Ruß.

Na, das war die eine große Törin.

Und der Herr ging weiter und weiter, und er ging zu einem Gasthaus, um dort die Nacht über zu bleiben, und das Gasthaus war so überfüllt, dass sie ihn in ein Zweibettzimmer tun mussten, und in dem anderen Bett sollte ein anderer Reisender schlafen. Der andere Mann war ein sehr angenehmer Bursche, und sie kamen sehr freundschaftlich miteinander aus. Aber am Morgen, als sie beide aufstanden, war der Herr überrascht, als er sah, wie der andere seine Hosen an die Griffe der Kommode hing und quer durch das Zimmer lief und versuchte, in die Hosen hineinzuspringen. Und er versuchte es immer und immer wieder, und es gelang ihm nicht.

Der Herr wunderte sich, warum er das denn nur machte. Schließlich hielt der andere inne und wischte sich das Gesicht mit dem Taschentuch ab. »Du meine Güte«, sagt er, »ich glaube wirklich, Hosen sind die ungeschickteste Art von Kleidung, die es je gegeben hat. Ich kann mir nicht vorstellen, wer diese Dinger erfunden haben kann. Jeden Morgen brauche ich den größten Teil einer Stunde, um in die meinen hineinzukommen, und mir wird dabei so heiß! Wie werdet Ihr mit den Euren fertig?« Da brach der Herr in Lachen aus und zeigte ihm, wie man sie anzieht, und der war ihm sehr dankbar dafür und sagte, er wäre nie darauf gekommen, es auf diese Weise zu machen.

Das war also ein zweiter großer Tor.

Dann reiste der Herr weiter. Und er kam zu einem Dorf, und außerhalb des Dorfes war da ein Teich und um den Teich herum stand eine Menschenmenge. Und die hatten alle Harken und Besen und Mistgabeln und fuhren damit in dem Teich hin und her. Der Herr fragte, was los sei. »Na, genug ist los!« sagten sie. »Der Mond ist in den Teich gepurzelt, und wir können und können ihn nicht wieder herauskriegen!« Da brach der Herr in Lachen aus und sagte ihnen, sie sollten zum Himmel aufschauen, und im Wasser sei nur das Spiegelbild des Mondes. Sie aber wollten nicht auf ihn hören und beschimpften ihn erbärmlich, und da machte er, dass er so schnell wie möglich wegkam.

So war also eine ganze Menge von Toren törichter als die drei Törichten zu Haus. Da kehrte der Herr nach Hause zurück und heiratete die Tochter des Bauern, und wenn sie nicht allezeit glücklich und in Frieden gelebt haben, so hat das nichts zu tun mit dir oder mir.