[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Geschichten vom Schelm Ero Ero und die Kuh

Ero brachte sein uraltes Pferd auf den Markt, um es zu verkaufen. Da aber niemand bares Geld dafür bezahlen wollte, tauschte er es gegen eine Kuh ein. Das sahen vier Schelme, und sie überredeten die Markthändler, Ero zu verspotten. Als er mit seiner Kuh über den Marktplatz ging, wurde er von allen Seiten beglückwünscht. »Ei, das ist aber ein schönes Pferd, Ero! Und was für ein selten braunes Fell es hat! So ein edler Renner! Ein echtes Rassepferd.« Und sie wollten sich ausschütten vor Lachen. Ero stellte sich taub, doch nachdem er die Stadt hinter sich gelassen hatte, dachte er: Ich möchte wohl wissen, wer heute schwachsinnig und blind ist, ich oder die Händler? Sie haben doch samt und sonders behauptet, dass ich ein Pferd am Halfter führe. Deshalb will ich es jetzt satteln! Er band sich den Gürtel ab, machte einen Zaum daraus, warf ihn der Kuh über und sprang ihr auf den Rücken. Da raste die Kuh wie eine Besessene kreuz und quer übers Feld, als säßen ihr Bremsen unter dem Schwanz. »Halt, Brauner! Stehen bleiben!« schrie Ero. »lass deinen Zorn nicht an mir aus, sondern an den Markthändlern!«