Ein Mädchen geht zum Markt - Hekaya
[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Ein Mädchen geht zum Markt

Ein Landmädchen, das einen Eimer voll Milch auf dem Kopf trug, ging zum Markt. Es überlegte, was es wohl dafür bekommen würde. Für diese Milch, sagte es sich, werde ich so und so viele Eier erhalten. Aus diesen Eiern werden so und so viele Küken schlüpfen, und mit des Fuchses Erlaubnis werden diese Küken mich zur Besitzerin eines Ferkels machen. Dieses Ferkel wird zu einem fetten Schwein heranwachsen, und wenn ich das verkaufe, werde ich dafür eine Kuh und ein Kalb bekommen. Und dann, so sagte sich das Mädchen, wird sich ein Liebhaber einstellen, vielleicht ein Bauersmann. Den heirate ich, und meine Nachbarn werden zu mir sagen: »Wie geht es Euch, meine gute Soundso?« Und ich werde antworten: »Danke, gut, Frau Nachbarin, und wie geht es Euch selbst?« Aber vielleicht wird mein Liebster ein Gutsbesitzer sein, und dann wird es heißen: »Wie geht es Ihnen, verehrte Frau Soundso?«

»Danke schön«, werde ich nur antworten. Oh, aber angenommen, ich heirate einen ganz vornehmen Mann. Dann werden sie sagen: »Zu Ihren Diensten, gnädige Frau.« Ich werde jedoch nur den Kopf in den Nacken legen und gar nichts erwidern.

Bei diesem Gedanken warf das Mädchen den Kopf zurück, und herunter fiel der Eimer mit der Milch. Da war's aus mit dem feinen Plan, mit den Eiern, den Küken, dem Ferkel, dem Schwein, der Kuh, dem Kalb und dem Ehemann.