Die Abenteuer der Cherry von Zennor - Hekaya
[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Die Abenteuer der Cherry von Zennor

Der alte Honey lebte mit seiner Frau und der Familie in einer kleinen Kate von zwei Räumen und einem Alkoven auf der Klippenseite von Trereen bei Zennor. Das alte Paar hatte zehn Kinder, die alle an diesem Ort aufgezogen wurden. Sie lebten so gut sie konnten von dem, was ein paar Morgen Land hervorbrachten, die zu armselig waren, um auch nur eine Ziege bei guter Laune zu halten. Die Haufen von Schneckengehäusen um die Hütte herum ließ einen glauben, dass ihre Hauptnahrung Napf- und Strandschnecken waren. Sie hatten jedoch an den meisten Tagen Fisch und Kartoffeln und ab und zu an einem Sonntag Schweinefleisch und Brühe. Zu Weihnachten und zu Ostern hatten sie weißes Brot. Im ganzen Pfarrsprengel gab es keine gesündere oder hübschere Familie als die vom alten Honey. Wir haben es jedoch nur mit einem von ihnen zu tun, mit seiner Tochter Cherry. Cherry konnte laufen so schnell wie ein Hase, und sie steckte immer voller Scherz und Übermut. Immer wenn der Bursche des Müllers auf den Hof kam, sein Pferd an den Ginsterstadel band und hereinschaute, ob einer sein Korn zur Mühle schicken wolle, dann sprang Cherry auf das Pferd und galoppierte fort zu den Klippen. Wenn der Müllerbursche dann hinterher jagte und sie über den Rand dieser Felsenküste nicht weiter reiten konnte, wendete sie sich den Steinmälern zu, und der schnellste Hund hätte sie nicht eingeholt, geschweige denn der Müllerbursche.

Als Cherry halbwüchsig war, wurde sie bald unzufrieden, denn Jahr für Jahr hatte ihre Mutter ihr ein neues Kleid versprochen, damit sie so schmuck einhergehen könne wie die andern, »zu dritt auf einem Pferd auf den Morvah Jahrmarkt«. So gewiss die Zeit herankam, so gewiss fehlte das Geld, und Cherry hatte also nichts Anständiges anzuziehen. Sie konnte weder zum Jahrmarkt noch zur Kirche, noch zu den Betversammlungen gehen.

Cherry war sechzehn. Eine von ihren Spielgefährtinnen hatte ein neues Kleid, das war mit Bändern schmuck besetzt, und sie erzählte Cherry, wie sie in Nancledry bei der Predigt gewesen war und wie sie immer so viele Liebhaber hätte, die sie heimbrächten. Dies versetzte die leichtfertige Cherry in ein Fieber des Verlangens. Sie erklärte ihrer Mutter, dass sie fortgehen wolle in die Täler, um sich einen Dienst zu suchen, damit sie solche Kleider haben könnte wie die andern Mädchen. Ihre Mutter wollte, sie solle nach Towednack gehen, damit sie sie ab und zu an einem Sonntag sehen könnte. »Nein, nein«, sagte Cherry, »niemals will ich in eine Gemeinde, wo die Kuh den Glockenstrick fressen musste und wo sie jeden Tag Fisch und Kartoffeln haben und am Sonntag Aal-Pastete zur Abwechslung.«

Eines schönen Morgens band Cherry ein paar Sachen in ein Bündel zusammen und machte sich fertig zum Aufbruch. Sie versprach ihrem Vater, sie wolle einen Dienst annehmen, der möglichst nahe sei, und bei der frühesten Gelegenheit wolle sie nach Hause kommen. Der alte Mann sagte, sie sei verhext, und legte ihr ans Herz, sie solle aufpassen, dass sie weder von Seeleuten noch von Piraten fortgeschleppt werde, und dann erlaubte er ihr fort zu gehen. Cherry schlug den Weg ein, der nach Ludgvan und Gulval führte. Als sie die Kamine von Trereen aus den Augen verloren hatte, verließ sie der Mut, und sie war drauf und dran, wieder nach Hause zu gehen. Aber sie ging weiter.

Schließlich kam sie zu den vier Kreuzwegen an den Lady Downs. Sie setzte sich auf einem Stein am Wegrand nieder und weinte, als sie an ihr Zuhause dachte, das sie vielleicht niemals wieder sehen würde. Endlich hörte sie zu weinen auf und beschloss, heimzugehen und das Beste daraus zu machen. Als sie ihre Augen gewischt hatte und ihren Kopf hob, war sie überrascht, einen Herrn auf sich zukommen zu sehen - denn sie konnte sich nicht vorstellen, woher er kam, ein paar Augenblicke vorher war noch niemand auf der Höhe zu sehen gewesen. Der Herr wünschte ihr einen Guten Morgen, erkundigte sich nach dem Weg nach Towednack und fragte Cherry, wohin sie gehe. Cherry erzählte dem Herrn, dass sie an diesem Morgen von zu Hause fort gegangen war, um sich nach einem Dienst umzusehen, aber dass der Mut sie nun verlassen habe, und sie wolle über die Hügel wieder zurückgehen nach Zennor. »Ich hätte niemals erwartet, ein solches Glück zu haben«, sagte der Herr. »Ich bin heute Morgen von zu Hause fort gegangen, um ein nettes, sauberes Mädchen zu suchen, das mir haushalten könnte, und da treffe ich dich.« Er erzählte Cherry dann, dass er seit kurzem Witwer sei und dass er einen lieben kleinen Jungen habe, den Cherry betreuen solle. Cherry sei genau das Mädchen, das ihm recht wäre. Sie sei hübsch und reinlich. Er konnte sehen, dass ihre Kleider so geflickt waren, dass man nicht mehr erkennen konnte, welches das ursprüngliche Stück gewesen war, aber sie war lieblich wie eine Rose, und alles Wasser der See hätte sie nicht sauberer machen können.

Die arme Cherry sagte zu allem »Ja, Herr«, sie verstand jedoch nicht den vierten Teil von dem, was der Herr gesagt hatte. Ihre Mutter hatte sie angewiesen, »Ja, Herr« zum Pfarrer zu sagen oder zu einem jeden Herrn, wenn sie ihn nicht verstünde. Der Herr sagte ihr, er wohne drunten in den Tälern, nicht weit weg, und sie werde sehr wenig zu tun haben, sie müsse nur die Kuh melken und sich um das Kind kümmern. Also willigte Cherry ein, mit ihm zu gehen. Sie gingen fort, und er sprach so freundlich, dass Cherry nicht merkte, wie die Zeit verstrich, und ganz vergaß, wie weit sie gegangen war.

Endlich waren sie in einem Heckenweg, der war von Bäumen so überschattet, dass der Weg vom Sonnenlicht nur eben noch gesprenkelt war. So weit sie sehen konnte, gab es nur Bäume und Blumen. Heckenrosen und Geißblatt verströmten ihren Duft, und die rotesten reifen Äpfel hingen an den Bäumen über dem Heckenweg. Dann kamen sie an fließendes Wasser, klar wie Kristall, das lief über den Weg. Es war aber sehr dunkel, und Cherry hielt an, um zu sehen, wie sie den Fluss überqueren könnte. Der Herr legte den Arm um ihre Mitte und trug sie darüber, so dass ihre Füße nicht nass wurden. Der Weg wurde dunkler und dunkler und enger und enger, und es schien, dass sie immer rascher den Hügel abwärts gingen. Cherry hielt sich am Arm des Herrn ganz fest und dachte sich, da er zu ihr so freundlich gewesen war, würde sie mit ihm bis ans Ende der Welt gehen.

Nachdem sie ein wenig weitergegangen waren, öffnete der Herr ein Gatter, das in einen schönen Garten führte, und sagte: »Meine liebe Cherry, dies ist der Ort, an dem wir wohnen.« Cherry wollte kaum ihren Augen trauen. Nie zuvor hatte sie etwas gesehen, das diesem Ort an Schönheit gleichkam. Blumen in allen Farben waren um sie herum, Früchte aller Art hingen über ihr, und die Vögel hatten einen lieblicheren Gesang, als sie jemals gehört hatte, sie brachen aus in einen Freudenchor. Cherry hatte die Großmutter von verzauberten Orten erzählen hören. Ob dies einer davon sein konnte? Nein. Der Herr war so groß wie der Pfarrer, und jetzt kam ein kleiner Junge den Gartenweg herunter gelaufen und rief: »Papa, Papa!« Nach seiner Größe schien das Kind etwa zwei oder drei Jahre alt zu sein, aber er hatte einen eigenartigen Anschein von Alter an sich. Seine Augen waren strahlend und durchdringend, und er hatte einen listigen Ausdruck. »Er konnte mit dem Blick jeden unterkriegen«, wie Cherry sagte.

Bevor Cherry mit dem Kind sprechen konnte, erschien eine sehr alte, knochentrockene, hässliche Frau, die ergriff das Kind beim Arm, zog es hinter sich her ins Haus und brummte und zankte dabei. Aber bevor sie ihren Blicken entschwand, schaute die alte Hexe Cherry so an, dass es ihr durch und durch ging, »wie ein Bohrer«. Da der Herr sah, dass Cherry etwas verwirrt war, erklärte er, die Alte sei die Großmutter seiner verstorbenen Frau. Sie würde bei ihnen bleiben, bis Cherry ihre Arbeit kenne, und nicht länger, denn sie sei alt und übellaunig und müsse fort. Nachdem sie ihre Augen an dem Garten geweidet hatte, wurde Cherry ins Haus geführt, und das war noch schöner. Blumen aller Art wuchsen überall, und überall war es, als schiene die Sonne, und doch sah sie die Sonne nicht.

Tante Prudentia - das war der Name der alten Frau - deckte in einem Nu einen Tisch mit einer großen Vielzahl von feinen Sachen, und Cherry aß herzhaft zu Abend. Sie wurde nun zu Bett geschickt, in eine Kammer zuoberst im Hause, und auch das Kind sollte dort schlafen. Prudentia wies Cherry an, ihre Augen geschlossen zu lassen, ob sie schlafe oder nicht, sonst könnte sie vielleicht Dinge sehen, die ihr nicht gefallen würden. Während der ganzen Nacht dürfe sie nicht mit dem Kind sprechen. Sie müsse bei Tagesanbruch aufstehen und dann den Jungen zu einer Quelle im Garten führen. Dort solle sie ihn waschen und seine Augen mit einer Salbe salben, die sie in einer Kristalldose in einer Felsspalte finden würde, aber auf keinen Fall dürfe sie ihre eigenen Augen damit berühren. Danach solle Cherry die Kuh rufen, einen Eimer voll Milch melken und davon eine Schüssel voll frischer Milch für das Frühstück des Jungen schöpfen.

Cherry kam vor Neugierde fast um. Einige Male fing sie an, das Kind auszufragen, aber es brachte sie immer zum Schweigen, indem es sagte: »Ich sag's Tante Prudentia.« Wie ihr gesagt worden war, stand Cherry am Morgen zeitig auf. Der kleine Junge führte das Mädchen zu der Quelle, die floss kristallklar aus einem Granitfelsen, der mit Efeu und schönen Moosen bedeckt war. Cherry wusch das Kind, wie es sich gehörte, und salbte so auch seine Augen. Sie sah keine Kuh, aber ihr kleiner Pflegling sagte, sie müsse die Kuh rufen. »Wittwittwitt«, rief Cherry, geradeso, wie sie die Kühe zu Hause zu rufen pflegte, und sieh, da kam eine wunderschöne große Kuh zwischen den Bäumen hervor und stellte sich an das Ufer neben Cherry. Kaum hatte Cherry die Hände an die Zitzen der Kuh gelegt, da flossen schon vier Milchströme hernieder und füllten bald den Eimer. Dann schöpfte sie Milch in die Schüssel des Jungen, und er trank sie. Nachdem dies getan war, ging die Kuh ruhig fort, und Cherry kehrte zum Haus zurück, um sich ihre tägliche Arbeit zeigen zu lassen.

Prudentia, die alte Frau, gab Cherry ein reichliches Frühstück und ließ sie dann wissen, sie müsse in der Küche bleiben und da ihrer Arbeit nachgehen: Milch abkochen, buttern und all die Holzteller und Schüsseln mit Wasser und Sand saubermachen. Cherry wurde ermahnt, nicht neugierig zu sein. Sie durfte nicht in irgendeinen andern Teil des Hauses gehen und sie durfte nicht versuchen, irgendwelche verschlossenen Türen zu öffnen. Als am zweiten Tag ihre gewöhnliche Arbeit getan war, verlangte ihr Herr von Cherry, sie solle ihm im Garten helfen beim Pflücken von Äpfeln und Birnen und beim Jäten von Lauch und Zwiebeln. Cherry war froh, der alten Frau aus den Augen zu kommen. Tante Prudentia schaute immer mit einem Auge auf ihr Strickzeug und mit dem andern sah sie durchbohrend die arme Cherry an. Ab und zu pflegte sie zu murren: »Ich wusste, dass Robin irgendeine Närrin von Zennor herbringen würde, für beide wär's besser, sie hätte es verpasst.« Cherry und ihr Herr kamen prächtig miteinander aus, und immer wenn Cherry ein Beet fertig gejätet hatte, gab ihr der Herr einen Kuss, um zu zeigen, wie zufrieden er war.

Nach ein paar Tagen nahm Tante Prudentia Cherry mit in jene Teile des Hauses, die sie noch nie gesehen hatte. Sie kamen durch einen langen dunklen Gang. Cherry musste dann ihre Schuhe ausziehen, und sie betraten einen Raum, darin war der Boden wie aus Glas, und ringsum, auf Gestellen thronend und auf dem Boden, waren große und kleine versteinerte Leute. Von einigen waren nur Kopf und Schultern da und die Arme abgetrennt, andere waren vollständig. Cherry sagte zu der alten Frau, um alles in der Welt wolle sie nicht weitergehen. Zuerst hatte sie gedacht, sie sei in ein Land der Kleinen Unterirdischen gekommen, und nur der Herr sei wie andere Menschen. Aber nun wusste sie, dass sie bei Zauberern war, die all diese Leute in Stein verwandelt hatten. Sie hatte in Zennor droben von ihnen sprechen hören, und sie wusste, jeden Augenblick könnten sie erwachen und sie fressen.

Die alte Prudentia lachte Cherry aus, zog sie weiter und bestand darauf, dass sie an einem Kasten reibe, der war wie ein Sarg auf sechs Beinen, bis sie ihr Gesicht darin sehen könnte. Nun, Cherry fehlte es nicht an Mut, und so begann sie heftig zu reiben. Die alte Frau stand dabei und strickte die ganze Zeit, und ab und zu rief sie: »Reib! Reib, reib! Fester und schneller!« Schließlich war Cherry verzweifelt, sie rieb noch einmal ganz heftig an einer Ecke und warf dabei den Kasten beinahe um. O Gott, da gab er einen so schmerzvollen, unirdischen Klang von sich, dass Cherry dachte, all die Steinleute würden lebendig, und in ihrem Schreck fiel sie ohnmächtig nieder. Der Herr hörte den Lärm und kam herein, um die Ursache des Tumultes herauszufinden. Er geriet in großen Zorn, warf die alte Prudentia aus dem Haus, weil sie Cherry in das verschlossene Zimmer geführt hatte, trug Cherry in die Küche und brachte sie bald mit einem herzstärkenden Mittel wieder zu sich. Cherry konnte sich nicht erinnern, was geschehen war, aber sie wusste, da war etwas zum Fürchten in dem andern Teil des Hauses.

Nun war aber Cherry die Frau im Haus - die alte Tante Prudentia war fort. Der Herr war so freundlich und liebevoll, dass ein Jahr verging wie ein Sommertag. Gelegentlich ging ihr Herr für eine Zeit von zu Hause fort. Er kehrte dann zurück und verbrachte viel Zeit in den verwunschenen Räumen, und Cherry war sicher, dass sie ihn zu den Steinleuten sprechen hörte. Cherry hatte alles, was ein menschliches Herz begehren konnte, aber sie war nicht glücklich. Sie wollte mehr wissen über den ganzen Ort und über die Leute. Sie hatte herausgefunden, dass die Salbe die Augen des kleinen Jungen leuchtend und seltsam machte, und oft dachte sie, er sähe mehr als sie; sie wollte es versuchen, ja, das wollte sie!

Nun, am nächsten Morgen wurde der Junge gewaschen, seine Augen gesalbt und die Kuh gemolken. Dann schickte sie den Jungen aus, er solle ihr ein paar Blumen im Garten pflücken, und sie nahm ein klein wenig von der Salbe und tat es in ihr Auge. Oh, es war, als würde das Auge aus dem Kopf gebrannt! Cherry lief zu dem Teich unter dem Felsen und wusch das brennende Auge. Und schau! Da sah sie am Grunde des Wassers Hunderte von kleinen Leuten, meist waren es kleine Damen, die spielten - und da war ihr Herr, so klein wie die andern, der spielte mit ihnen. Alles sah nun an diesem Ort anders aus. Überall waren kleine Leute, sie versteckten sich in den Blüten, die wie von Diamanten funkelten, sie schaukelten in den Bäumen, und sie liefen und hüpften unter und über die Grashalme. Den ganzen Tag zeigte sich der Herr kein einziges Mal über dem Wasser, aber gegen Abend ritt er zum Haus als der hübsche Herr, den sie bisher gesehen hatte. Er ging in die verwunschene Kammer, und bald hörte Cherry die allerschönste Musik.

Am Morgen ging der Herr fort und war wie zur Jagd gekleidet. Er kam am Abend zurück, ließ Cherry mit sich allein und ging sofort in seine eigenen Räume. So ging es Tag für Tag, bis Cherry es nicht länger aushalten konnte. Sie schaute also durch das Schlüsselloch und sah ihren Herrn und viele Damen, und er sang, während eine Dame, die wie eine Königin gekleidet war, auf dem Sargkasten spielte. Oh, und wie wild Cherry vor Eifersucht wurde, als sie sah, wie ihr Herr diese liebliche Dame küsste! Am nächsten Tag jedoch blieb der Herr zu Hause, um Obst zu ernten. Cherry sollte ihm helfen, und als er sich wie üblich anschickte, sie zu küssen, da schlug sie ihm ins Gesicht und sagte ihm, er solle solche Kleine Leute küssen, wie er selbst einer sei und mit denen er unter dem Wasser spiele. Da fand er heraus, dass Cherry die Salbe benutzt hatte. Sehr traurig sagte er ihr, sie müsse heimgehen, er wolle keinen Spion bei seinem Tun haben, und Tante Prudentia müsse zurückkommen.

Lange bevor es Tag wurde, rief der Herr nach Cherry. Er gab ihr viele Kleider und andere Dinge, dann nahm er ihr Bündel in die eine Hand und eine Laterne in die andere und hieß sie, ihm zu folgen. Sie gingen viele Meilen weit und die ganze Zeit immer bergauf und durch Heckenwege und enge Gänge. Als sie schließlich auf ebenen Grund kamen, war es fast Tag. Er küsste Cherry und sagte ihr, sie sei bestraft für ihre unnütze Neugier, aber wenn sie sich gut betrage, wolle er manchmal zu den Lady Downs kommen, um sie zu sehen. Indem er dies sagte, verschwand er. Die Sonne ging auf, und Cherry saß da auf einem Granitfelsen und meilenweit war keine Menschenseele. Eine verlassene Hochlandheide war da anstelle des lächelnden Gartens.

Lange, lange Zeit saß Cherry da in ihrem Kummer, aber zuletzt dachte sie, sie wolle nach Hause gehen.

Ihre Eltern hatten angenommen, sie wäre tot, und als sie sie sahen, glaubten sie, es wäre ihr Geist. Cherry erzählte ihre Geschichte, und alle zweifelten daran, aber Cherry änderte das Erzählte niemals ab, und schließlich glaubten es alle. Man sagt, Cherry sei später nie mehr richtig im Kopf gewesen, und bis sie starb, pflegte sie in den Mondnächten zu den Lady Downs zu wandern, um nach ihrem Herrn zu sehen.