[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Der Ibis und der Mond

Der Ibis Muregu hatte lange als Einsiedler gelebt. In der Einsamkeit hatte er sich viele Bumerangs, Keulen, Speere, Schilde und Decken aus Opossumfell angefertigt. Die Waffen hatte er schön mit einem Opossumzahn beschnitzt und die Decken auf der Innenseite prächtig bemalt. Dann hatte er sich aus einem Emuknochen eine Nadel gemacht, sie eingefädelt und die Decken mit Opossumsehnen zusammengenäht. Nun besah der Ibis stolz seine Arbeit. Da kam der Mond Balu herbei und sagte zu ihm: »Leih mir bitte eine Decke.« »Nein«, entgegnete der Ibis, »ich verleihe keine Decken.« »Dann verkaufe mir eine.« »Nein, ich verkaufe auch keine.« Balu sah sich um und erblickte die schön beschnitzten Waffen. Er sagte: »Muregu, verkaufe mir wenigstens einige Waffen.« »Nein, ich verkaufe niemanden etwas von meinen Sachen«, war die Antwort des Ibis. Wieder sagte Balu: »Die Nacht ist kalt, leih mir doch eine Decke.« Doch der Ibis antwortete: »Ich habe dir meine Meinung schon gesagt - ich verleihe meine Decken nicht.« Nun sagte Balu nichts mehr. Er ging fort, suchte sich einige Rindenstücke und baute daraus eine kleine Hütte. Als sie fertig war und er behaglich darinnen saß, begann es in Sturzbächen zu gießen. Es regnete ohne Unterlass, bis zuletzt die ganze Gegend unter Wasser stand. Muregu ertrank. Seine Waffen schwammen fort, und die Decken verfaulten im Wasser.