[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Das Schwein und die Eiche

Gefräßig füllt sich seinen Wanst ein Schwein mit Eicheln unter knorrig-altem Baum, grunzt vollgefressen, schläft behaglich ein, erwacht dann wieder, reibt am Stamm den Leib, wühlt nach den Wurzeln so zum Zeitvertreib.

Da krächzt ein Rabe hoch vom Ast: »Ist das der Dank für diese Mast? Misshandelst du die Wurzeln, muss der Baum verdorren!«

»Was kümmert's mich!« grunzt faul das Schwein, »hab keine Liebe zu solch altem Knorren! Will meinen Spaß im Sonnenschein, brauch Wurzeln, drin zu wühlen, Eicheln, gut zu fressen, doch weder Baum noch Ast, hab niemals drauf gesessen!«

Und wieder krächzt der Rabe: »Dummes Schwein, du kannst nicht Wurzeln für den Rüssel, Eicheln für den Wanst, den ganzen Spaß nicht haben, ohne lebendigen Baum und seine grüne Krone!«

Auch mancher Mensch kennt nur dies eine Maß: das eigne Wühlen, nur den eignen Fraß; doch dies ist immer dumm und unverschämt, weil es die menschliche Gemeinschaft lähmt.