[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Mister Miacca

Tommy Grimes war manchmal ein braver Junge und manchmal ein schlimmer Junge, und wenn er ein schlimmer Junge war, dann war er ein sehr schlimmer. Nun sagte gewöhnlich seine Mutter zu ihm: »Tommy, Tommy, sei ein braver Junge und geh nicht hinaus auf die Straße, sonst holt dich Mister Miacca.« Aber wenn er ein schlimmer Junge war, ging er trotzdem auf die Straße hinaus, und tatsächlich, eines Tages, als er kaum um die Ecke gelaufen war, fing ihn Mister Miacca und stopfte ihn mit dem Kopf nach unten in einen Sack und nahm ihn mit fort zu seinem Haus.

Als Mister Miacca Tommy da drin hatte, zog er ihn aus dem Sack heraus und setzte ihn nieder und befühlte seine Arme und Beine. »Du bist ziemlich zäh«, sagt er, »aber du bist alles, was ich zum Abendessen habe, und wenn du gekocht bist, wirst du nicht übel schmecken. Aber meiner Seel, ich habe die Kräuter vergessen, und du wirst herb schmecken ohne Kräuter. - Sally! Sally, hierher, sag ich!«, und er rief nach Missis Miacca.

Missis Miacca kam also aus einem anderen Zimmer und sagte: »Was gibt's, mein Guter?«

»Oh, hier ist ein kleiner Junge fürs Abendessen«, sagte Mister Miacca, »und ich habe die Kräuter vergessen. Kümmere dich um ihn, während ich sie hole, ja?«

»Ist gut, mein Herz«, sagt Missis Miacca, und er geht weg.

Da sagt Tommy Grimes zu Missis Miacca: »Hat Mister Miacca immer kleine Jungen zum Abendessen?«

»Meistens, mein Schatz«, sagte Missis Miacca, »immer dann, wenn kleine Jungen schlimm genug sind und ihm in den Weg laufen.«

»Und habt ihr gar nichts anderes als Jungenfleisch? Keine Puddings?« fragte Tommy. »Ach, ich mag Puddings sehr gern«, sagt Missis Miacca. »Aber es ist nicht häufig, dass jemand wie ich Pudding bekommt.«

»Na, meine Mutter macht gerade heute Pudding«, sagte Tommy Grimes, »und ich bin sicher, sie gibt Euch etwas davon, wenn ich sie darum bitte. Soll ich hinlaufen und etwas davon holen?«

»Nun, das ist mal ein rücksichtsvoller Junge«, sagte Missis Miacca, »aber bleib nicht lang und sieh zu, dass du zum Abendessen auch sicher zurück bist.«

Also stürmte Tom davon und war nur froh, dass er so billig davongekommen war, und viele Tage lang war er so brav wie er nur konnte, und lief keinmal auf die Straße und um die Ecke. Aber er konnte nicht immer brav sein, und eines Tages lief er um die Ecke, und wie es der Zufall wollte, kaum war er abgebogen, da griff schon Mister Miacca nach ihm, stopfte ihn in seinen Sack und trug ihn zu sich nach Hause.

Als er ihn dorthin geschafft hatte, ließ Mister Miacca ihn herausfallen. Und als er ihn sah, sagte er: »Aha, du bist das Bürschlein, das mir und meinem Weib so einen schäbigen Streich gespielt hat und uns um das Abendessen brachte. Na, das wirst du nicht wieder tun. Ich selbst werde dich bewachen. Kriech hier unters Sofa, und ich setze mich drauf und warte, bis der Kessel für dich kocht.«

So musste der arme Tommy Grimes unter das Sofa kriechen, und Mister Miacca setzte sich darauf und wartete, bis der Kessel kochte. Und sie warteten und warteten, aber der Kessel kochte immer noch nicht. Zuletzt war Mister Miacca des Wartens müde und sagte: »Da, du da unten, ich werde nicht länger warten. Streck dein Bein heraus, ich mache jetzt ein Ende mit deinem Entwischen.«

Tommy streckte also ein Bein heraus, und Mister Miacca nahm ein Hackbeil und hackte es ab und ließ es in den Kessel plumpsen.

Auf einmal rief er: »Sally, Liebe, Sally!« Niemand antwortete. Da ging er in das nächste Zimmer, um nach Missis Miacca zu sehen, und während er dort war, kroch Tommy unter dem Sofa heraus und rannte zur Tür hinaus. Denn es war ein Bein von dem Sofa gewesen, das er herausgestreckt hatte. Und so rannte Tommy Grimes nach Hause, und niemals wieder bog er um die Straßenecke, bis er groß genug war, um allein gehen zu können.