[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Die zwei Füchse

Eines Tages wanderte ein Mann die Straße entlang, der trug einen Korb voll Heringe auf dem Rücken. Zwei Füchse sahen ihn. Da sagte der größere zum kleineren: »Bleib du hier und folge dem Mann. Ich will derweil vorauslaufen und so tun, als wäre ich tot.« Er schlug einen Bogen und legte sich auf die Straße. Der Mann kam heran und freute sich sehr, dass er ein so schönes Tier gefunden hatte, hob es auf und warf es in den Korb. Dann setzte er seinen Weg fort. Der Fuchs aber warf die Heringe aus dem Korb. Der kleinere, der ihm folgte, nahm sie auf. Als der Korb leer war, sprang der große Fuchs heraus. Auf diese Weise hatten die beiden sich die Heringe verschafft.

Sie liefen weiter, bis sie zum Haus eines Schmieds kamen. Dort war ein Pferd an der Tür festgebunden. Es hatte ein goldenes Hufeisen, auf dem ein Name stand. »Ich will doch mal nachsehen, was auf dem Hufeisen geschrieben steht«, sagte der große Fuchs und ging auf das Pferd zu. Er konnte zwar nicht lesen, hielt sich aber für einen besonderen Schlaukopf. Das Pferd hob den Fuß und versetzte dem Fuchs einen solchen Schlag, dass er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. »Junge, Junge«, sagte da der kleine Fuchs, »wie gut, dass ich kein Gelehrter bin, und ich will auch gar keiner sein.«