[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Die Größe des Mastborgs

Es lebten einmal drei Brüder. Sie hatten eine Hufe Land. Sie hießen Baltra, Marciukas und Kazimieras. Sie pflügten diese Hufe alle drei gemeinsam und besäten sie mit Sommergetreide. Das Sommergetreide wuchs üppig empor. Im Herbst ernteten sie das Getreide und wussten nicht, wo sie es lassen sollten.

Früher gab es in den kleinen Hütten einen Ofen, bei dem noch ein Trockengerüst war. Als sie ihr Getreide gemäht hatten, häuften sie es auf das Trockengerüst wie auf einen Getreideschober. Die Katze lag aber auf dem Ofen. Da kam eine Maus in die Stube, um sich von dem Getreide zu holen. Als die Katze die Maus jagte - wie flog da der ganze Getreidehaufen herunter! Unten am Trockengerüst stand eine Wassertonne, und als das Getreide herunterkam, flog es in die Tonne. Sie trockneten es wieder, droschen die Körner aus und begannen einen Borg mit diesen Körnern zu mästen. Sie mästeten ihn fett.

Da kam der Weihnachts-Heiligabend heran, da musste der Mastborg zum Fest geschlachtet werden. Sie selber waren drei, sie riefen noch drei Männer dazu: Schock Jonas, Bohrer Dominikas und Sandwater Martynas. Sie stellten sich in der Mitte der Hütte auf und warteten auf das Mastschwein, hier wollen sie es umlegen. Die Magd ging hinaus, um den Borg zu holen. Über die Schwelle konnte der Mastborg nicht steigen, er war sehr fett. Da nahmen sie den Bohrer für die Harkenzinken und bohrten ein Loch. Das Loch war nicht klein, man konnte gerade einen Finger hineinstecken - und das Mastschwein kroch durch das Loch in die Hütte. Sie packten den Mastborg und warfen ihn um. Und die Großmutter war achtzig Jahre, als sie zustach, und sie stach ihn sofort ab.

Die herbeigerufenen Männer gingen nach Hause, doch die Familienmitglieder gingen Stroh holen, zum Absengen. Währenddessen fegte die Magd die Hütte, fegte das Schwein mit dem Dreck zusammen, kehrte alles in einen Korb und schüttete es auf den Misthaufen. Da kamen die Männer - der Mastborg ist weg. Sie suchten ihn überall und können ihn nirgends finden. Da gingen die Männer hinaus, um auf dem Misthaufen nachzusehen. Inzwischen ist da auch ein Scheusal von Krähe auf dem Misthaufen, sie nimmt das Mastschwein in den Schnabel und fliegt mit ihm davon. Die Männer erheben ein großes Geschrei.

Doch kann man wohl eine Krähe greifen?