[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Der Teufel als Taufpate

Einem sehr armen Vater wurde ein Kind geboren. Da ging der Vater zu diesem und ging zu jenem, um ihn als Taufpaten zu bitten, doch niemand erbarmte sich seiner. Danach, als er so über das Feld ging, traf er einen Unbekannten, und der fragte ihn umständlich: »Wohin gehst du und warum?« Der arme Mann erklärte ihm sein Anliegen. Da sagt jener: »Nun, dann werde ich bei dir Taufpate sein.« Aber der Mann sah, dass der andere nur ein Nasenloch hatte; daran erkannte er, dass es der Teufel war. Da der Mann nicht wollte, dass jener bei ihm Taufpate würde, sagte er: »Ich werde auch den Pfarrer zu mir einladen.« Der Teufel: »Und was ist dabei? Ich gehe immer in eure Kirche.« Der Mann: »Ich werde auch den Herrgott zu mir einladen!« Der Teufel: »Na, und was kann das alte Männlein mir schaden? Vor dem habe ich keine Angst!« Der Mann: »Ich werde auch die Allerheiligste Mutter zu mir einladen.« Der Teufel: »Diese liebe Frau tut niemandem etwas zuleide.« Der Mann: »Ich werde auch alle Heiligen zu mir bitten.« Der Teufel: »Na und, was ist dabei? Deine Heiligen werden auf dem Platz sein, wo sie hingehören, und ich auf meinem, und damit basta.« Der Mann überlegt und überlegt: Was soll nur daraus werden, wenn der vor keinem Angst hat? Und als er noch einmal gründlich nachgedacht hat, sagt er: »Ich werde auch Perkunas zu mir einladen!«

»Oho«, sagt der Teufel, »wozu brauchst du denn den?« Der Mann: »Den brauche ich eben auch.« Der Teufel: »Dann komme ich nicht zu dir, wenn du den Donnerer einladen willst! Der ist böse, der schlägt zu!«