[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Der Quell von St. Ludgvan

St. Ludgvan, ein irischer Missionar, hatte sein Werk vollendet. Zuoberst auf dem Hügel stand die Kirche mit all ihren Segenskräften und schaute hinaus auf die schönste aller Buchten. Der Heilige aber, der die menschliche Natur kannte, beschloss, irgendeinen Gegenstand von wunderkräftiger Eigenschaft mit ihr zu verbinden, der die Leute aus allen Teilen der Welt nach Ludgvan ziehen sollte. Als der Heilige auf der Kirchenstiege kniete, betete er über der trockenen Erde unter ihm. Er betete um Wasser, und auf einmal quoll ein wunderschöner kristallklarer Strom von Wasser von unten herauf. Der heilige Mann betete weiter und wusch dann seine Augen damit, um die Kräfte des Wassers zu versuchen. Sie wurden daraufhin sogleich viel stärker, ja sie wurden so durchdringend, dass es ihm möglich wurde, winzigkleine Gegenstände zu erkennen. Der Heilige betete wieder, und dann trank er von dem Wasser. Er entdeckte, dass die Kraft seiner Sprache gewaltig gewachsen war, seine Zunge formte die Worte fast ohne eine Anstrengung seines Willens. Der Heilige betete nun darum, dass alle Kinder, die im Wasser dieser Quelle getauft würden, sicher seien vor dem Henker und seinem hänfenen Strick, und da kam ein Engel vom Himmel hernieder zu dem Wasser und versprach dem Heiligen, dass seine Gebete erhört werden sollten. Nicht lange danach brachten ein Bauer und sein Weib ihr kleines Kind zu dem Heiligen, damit es allen Segen dieses heiligen Quells erlange. Der Priester stand am Taufbrunnen, die Eltern mit ihren Freunden darum herum. Der Heilige begann die Taufzeremonie, und es kam schließlich der Zeitpunkt, an dem er das zarte Kindchen in seine heiligen Arme nahm. Er machte das Zeichen des Kreuzes über dem Kind, und als er das Gesicht des Kindes mit Wasser besprengte, da erglühte es in göttlicher Verstandeskraft.

Dann fuhr der Priester im Gebet fort. Das Kind, das durch das Wasser auf wunderbare Weise die Kraft der Sprache erlangt hatte, sprach zum Erstaunen aller jedes Mal, wenn er den Namen Jesu gebrauchte, deutlich den Namen des Teufels aus, und alle gerieten darüber in große Bestürzung. Da wusste der Heilige, dass ein böser Geist in das Kind gefahren war, und er bemühte sich, ihn auszutreiben. Aber eine Zeitlang war der Teufel stärker als der Heilige. St. Ludgvan konnte nicht besiegt werden, er wusste, der Geist war eine ruhelose Seele, die aus Treassow ausgetrieben worden war, und er strengte all seine Kräfte an beim Gebet. Zuletzt gehorchte der Geist und verließ das Kind. Nun befahl ihm der Heilige, zum Roten Meer zu fliegen. Vor den entsetzten Zuschauern erhob er sich zu gigantischer Größe, dann spie er in die Quelle. Er packte mit festem Griff die Spitzen und Verzierungen des Turmes und rüttelte an der Kirche, dass sie meinten, sie stürze zusammen. Der Heilige allein blieb ungerührt. Er betete weiter, bis der Dämon wie ein Blitz verschwand, und im Fliehen schüttelte er noch ein Ziertürmchen herunter. Als der Dämon in das Wasser gespieen hatte, war die Wunderkraft des Wassers auf Augen und Zunge zerstört worden, aber zum Glück behielt es die Kraft, jedes in ihm getaufte Kind davor zu bewahren, mit einem Hanfstrick gehängt zu werden. Man behauptet aber, es habe keine Macht bei einem Strick aus Seide.