[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Der Fuchs und die Gans

Eines Tages gelang es dem Fuchs, eine schöne, fette Gans zu fangen, die am Ufer des Sees schlief. Er hielt sie am Flügel fest und machte sich über ihre Angst, ihr Geschrei und Gezische lustig. »Wenn du mich so fest hieltest wie ich dich jetzt, was würdest du mit mir tun?« fragte er sie. »Die Frage ist leicht zu beantworten«, erwiderte die Gans, »ich würde die Hände falten, die Augen schließen und ein Gebet sprechen. So ist es vor einer Mahlzeit üblich. Dann würde ich dich fressen.«

»Gerade das habe ich vor«, sagte Reineke, legte die Pfoten aneinander, schlug sittsam die Augen nieder, Schloss sie und sprach ein Gebet. Doch währenddessen hatte die Gans die Schwingen ausgebreitet und war über den See geflogen. Darum blieb dem Fuchs nichts weiter übrig, als sich zum Abendbrot die Lippen zu lecken. »Ich will es mir zur Regel machen«, sagte er voller Entrüstung, »niemals mehr im Leben zu beten, bevor ich nicht das Fleisch warm im Bauch fühle.«