[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Der Dienst des Teufels

In alten Zeiten, als noch die Leibeigenschaft war, lebte ein bettelarmer Bauer. Er war so verarmt, dass er schon nichts mehr zu beißen und zu brechen hatte. Damals waren sehr schwere Jahre. Es gelang ihm aber, irgendwoher einen Scheffel Roggen zu bekommen. Sie buken drei kleine Laibe Brot und stellten sie auf die Zaunpfähle zum Abkühlen. Zu der Zeit kam der Teufel daher und sah das Brot. Also stahl er es und fraß es auf. Von dieser bösen Tat erfuhr der Oberteufel. Er sagte: »Weil du dem Manne etwas so Böses angetan hast, sollst du ihm drei Jahre als Knecht dienen. wie viel Tränen hat der Mann mit seinem Weib und seinen kleinen Kindern durch dich vergossen!« Was soll er machen? Er geht zu dem Bauern als Knecht. Und als der Teufel dort hinkommt, sagt er: »Nimm mich als Knecht, lieber Mann!« Der Mann sagt: »Einen Knecht könnte ich brauchen, doch ich habe selber nichts zu beißen und zu brechen und kann darum auch dir nichts geben.«

»Das macht nichts, wir werden bald ein wenig besser leben!«

Das war im Frühling.

Gleich am ersten Tage spannte der Teufel die Stute an und ging pflügen. Er stieß mit dem Holzpflug an einen Stein, wälzte ihn um, holte unter dem Stein einen kleinen Kessel mit Geld hervor. Er brachte ihn nach Hause und gab ihn dem Hausvater. »Na«, sagt er, »da, nimm, geh und kaufe für dieses Geld Brot und Fleisch, damit wir etwas zu essen haben.« Der Bauer lief voller Freude und kaufte Brot, Salz und Fleisch. Nun hatten sie schon von allem. Der Teufel pflügte den Acker um und säte Gerste. Die Gerste wuchs so üppig empor, dass es nirgendwo sonst solche Gerste gab. Es war aber nicht weit von einem Gutshof. Und der Herr sah, dass der Mann so gute Gerste hatte; und unter der Leibeigenschaft war es so: Was die Herren wollten, das taten sie auch.

Sobald die Gerste reif geworden war, schickte er Leibeigene hin, sie zu schneiden. Die kamen und schnitten sie sogleich. Wie jammerte da der Mann, dass der Herr ihm seine Gerste einfach wegnahm! Aber der Teufel sagte: »Jammere nicht! Geh zum Herrn und bitte ihn um Erlaubnis, dir wenigstens einmal etwas von der Gerste holen zu dürfen.« Der Mann geht zum Herrn und sagt: »Ich habe den Acker bestellt, die Saat gekauft und die Gerste gesät, aber als du, Herr, sahst, dass die Gerste gut ist, hast du sie dir einfach genommen und befohlen, sie für dich zu schneiden. Lasse mir doch wenigstens einen Teil der Gerste!«

Der Herr dachte nach und sagte dann: »Na, nimm dir eine Last, so viel wie ein Mann tragen kann.«

Der Mann kam nach Hause. Fragt der Teufel: »Na, hat er erlaubt, etwas Gerste zurückzuholen?« Der Mann sagt: »Er befahl, nur so viel zu nehmen, wie ein Mann tragen kann.« Der Teufel machte sich einen langen Strick, ging hin, legte sich die ganze Gerste darauf, brachte sie nach Hause und drosch sie aus. Nun haben sie genug Getreide.

Der Herr hatte viele Wälder. Einmal sagte er: »Wenn jemand von euch sein Land vergrößern möchte, soll er die Bäume fällen und sie mir mit den Ästen auf den Gutshof bringen; dann könnt ihr an der Stelle die Stubben roden und Gerste säen.« Der Mann kam nach Hause und sagte dem Knecht, dass der Herr so und so zu tun geboten hätte, wenn jemand wollte. Der Knecht sagte: »Schön, ich werde dir sofort Ackerland schaffen.« Er ging hin, riss auf fünfzig Morgen die Bäume mit Wurzeln und Ästen aus, trug sie fort und warf sie auf den Gutshof, und als da kein Platz mehr war, warf er um Haus und Hof Berge von Bäumen auf, dass es weithin nicht möglich war, an das Gutshaus und den Hof heranzukommen. Diese Arbeit vollbrachte der Teufel in einer Nacht.

Am Morgen wacht der Herr auf und sieht - der ganze Hof ist hoch voller Bäume geworfen, dass man weder zu den Scheunen noch zu den Ställen kommen kann. Er rief seine Leibeigenen herbei. Die hatten alle auf Wochen zu arbeiten, um wenigstens einige Zugänge zu schaffen.

Auf dem Neuland säte der Teufel Weizen. Auf diesem Lande wuchs der Weizen so gewaltig empor, wie man ihn sonst nirgendwo zu sehen bekam. Alle Gebäude des Mannes waren sehr ärmlich und klein, und der Speicher war ganz in die Erde gesunken. Da sagte der Knecht: »Ich diene dir nun schon das dritte Jahr, da will ich dir im letzten Jahr wenigstens noch einen neuen Speicher bauen.« Sogleich brach er den alten Speicher ab, darunter fand sich ein großer Stein. Den wälzte der Teufel heraus und fand unter dem Stein einen großen Kessel voller Goldfüchse.

Da waren seine drei Jahre zu Ende. Den armen Mann hatte er reich gemacht, und er selbst ging nun seiner Wege.