[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Choresmin

In fernen Zeiten überfielen feindliche Heerscharen das Reich des Padischahs Kunja-Urgentsch. Viele Menschen fanden damals den Tod, doch noch mehr flüchteten in die Wüste und in die Steppe. Der Krieg währte fünf Tage und fünf Nächte. Am sechsten Tag wurde Waffenstillstand geschlossen. Während des Überfalls auf die Stadt hatten zwei Brüder im zarten Kindesalter ihre Eltern verloren. Lange weinten die Knaben, denn sie wussten nicht, wie sie weiterleben sollten. Endlich zogen sie mit anderen Flüchtlingen zusammen in die Steppe. Die Menschen, die Mitleid mit den Waisen empfanden, teilten mit ihnen Brot und Wasser, und als endlich wieder Frieden herrschte, brachten sie die Knaben zurück in den Aul, aus dem sie stammten. Am Rande des Auls aber lag ein Dattelhain und dahinter ein See. Ein armer Mann führte die Kinder in diesen Hain, grub ihnen eine Erdhütte, siedelte sie dort an und gab ihnen seine alte Decke. Den Fischern, die im See fischten, trug er auf: »Gebt den Knaben täglich von eurem Fang ab, Allah wird es euch lohnen.« Dann nahm der Arme Abschied von den Kindern und ging. Da die Knaben ihre Eltern verloren hatten, als sie noch sehr klein gewesen waren, wussten sie nicht einmal ihre Namen und riefen einander die erste Zeit in der Erdhütte »Ej«. Als sie ein wenig älter geworden waren, beschlossen sie, einander selbst Namen zu geben. Der Ältere schlug vor: »Ich will dich Chebeschi nennen, und du rufe mich Choresmin.« So taten sie denn auch.

Die Knaben wurden größer. Sie fertigten sich Pfeile und Bogen, zogen häufig auf Jagd, erlegten Hasen und Vögel und trieben Fischfang. Zuweilen besuchte sie der arme Mann, der ihnen die Erdhütte gebaut hatte. Er brachte ihnen abgelegte Kleidungsstücke und pflegte ihnen mitzuteilen: »Meine Kinder, morgen ladet ein Bei zum großen Toi, kommt und füllt euch den Magen.« Die beiden Jungen gingen zum festlichen Gelage, doch da sie sich ihrer zerschlissenen Kleider schämten, setzten sie sich irgendwo abseits hin und blieben meist hungrig. Allmählich wuchsen die Brüder zu stattlichen Jünglingen heran. Sie waren gute Jäger und besaßen alles, was sie zum Leben brauchten - sie waren nicht arm und nicht reich. Der jüngere, Chebeschi, war zwanzig Jahre alt, der ältere, Choresmin, einundzwanzig.

Eines Tages suchte den Padischah Kunja-Urgentsch ein schrecklicher Drache Ashdarcha heim: Zwei Trosse lang, ein Kopf so groß wie ein riesiger Kasan, ein Rachen wie die Öffnung eines Tamdyr, mit Hauern wie die Zinken einer Egge und einer Brust, so gewaltig wie Felsgestein. Er schrie: »Ich bin gekommen, euch alle zu vertilgen!« Den Padischah und seinen Nukern verschlug es vor Schreck die Sprache. Als sie sich ein wenig beruhigt hatten, huben sie zu flehen an: »Wir geben dir unser ganzes Vieh, geben dir Gold und Silber dazu, nur schone unser Leben!«

»Nein, mir steht der Sinn nach Menschenfleisch. Wenn ihr mir jeden Tag eine Jungfrau bringen wollt, so werde ich euch verschonen.« Und der Drache Ashdarcha lachte grausam. Der Padischah opferte ihm ein junges Mädchen und erkaufte sich einen Tag.

Anderntags erschien der Drache aufs Neue und wiederum gaben sie ihm eine Jungfrau. Weinend und wehklagend nahmen die Eltern Abschied von ihren Töchtern. Der Ashdarcha empfand Mitleid mit ihnen und sprach: »Ich will die Jungfrauen nicht in der Stadt verspeisen. Hinter der Stadt an den Barchanen steht eine große Feldulme, bringt mir die Mädchen mit verbundenen Augen an jene Stelle, dort will ich sie vertilgen.« So wurde Tag für Tag eine Jungfrau an diesen Ort gebracht, und der Drache Ashdarcha fraß sie auf. Bald gab es in der Stadt keine einzige Jungfrau mehr außer der Tochter des Padischahs. Als ihm das gemeldet wurde, sprach er: »So führet denn meine Tochter an jenen Ort, sonst ist unser aller Untergang besiegelt.« Die Nuker führten die Tochter des Padischahs aus der Stadt, fesselten sie an die Feldulme und ritten von dannen. Doch nun vernehmt, wie es inzwischen Choresmin und Chebeschi erging. Morgens, nachdem sie Tee getrunken hatten, fragte Choresmin seinen Bruder: »Chebeschi, willst du heute auf Fischfang ziehen?«

»Ja. Du kannst derweilen in die Wüste jagen gehen«, entgegnete Chebeschi. Choresmin nahm acht Pfeile und begab sich in die Wüste auf Jagd.

Über kurz oder lang erblickte er die an die Feldulme gefesselte Jungfrau. Er trat vor sie hin. »Wessen Tochter bist du, und was treibst du hier?« fragte Choremin. »Ich bin die Tochter des Padischahs und soll einem Drachen zum Fraß vorgeworfen werden«, entgegnete die Jungfrau. Das Antlitz der Jungfrau war gelb und fahl. Nicht von ungefähr sagt man bis zum heutigen Tag zu einem Kranken: Du siehst aus, als habe man dich einem Drachen zum Fraß vorgeworfen. Den Jüngling dauerte die Jungfrau, und er beschloss: Ich will sie, was immer mich das auch kosten mag, vor Ashdarcha retten. Er zog sein Messer hervor, hob eine Grube aus, versteckte sich dort und wartete bis zum Morgen auf den Drachen.

In der Frühe, als die Sonne aufging, erschien Ashdarcha. Choresmin lag reglos, bis der Drache nur noch hundert Schritte entfernt war. Als Ashdarcha der Jungfrau ansichtig wurde, hob er den Kopf und glitt rasch näher. Choresmin zog den ersten Pfeil ab. Er traf den Drachen in den aufgerissenen Rachen und blieb im Gehirn hängen. Der zweite Pfeil durchschlug seinen Leib. Vor Schmerz bäumte sich Ashdarcha auf und wand sich in Qualen. Choresmin schoss alle übrigen Pfeile ab und tötete den Drachen. Dann zog er sein Messer aus dem Gürtel, schnitt ein Stück Haut aus dem Rücken des Drachen, befreite die Jungfrau von ihren Fesseln und sprach: »Geh und gib deinem Vater dieses Stück Haut.« Die Jungfrau kehrte heim, da hatten die Eltern schon zum Totenmahl gerüstet. Alle Einwohner der Stadt hatten sich im Palast eingefunden. Als der Padischah die Tochter erblickte, hätte es ihn fast um den Verstand gebracht. Doch die Jungfrau legte ihrem Vater den Hautfetzen des Drachen zu Füßen und rief freudig: »Der Jäger Choresmin hat den Drachen Ashdarcha getötet und mich errettet. Er hat mir aufgetragen, dir dieses Stück von der Haut des Ungeheuers zu bringen!«

»So führet denn Choresmin rasch vor mein Angesicht!«

Der Padischah war über alle Maßen glücklich. »Ich will ihn königlich belohnen. He, Nuker, hört ihr mich, bringt Choresmin herbei!« Doch weder die Nuker noch die anderen Vertrauten des Padischahs wussten, wer Choresmin war. »He, Daichane, kennt ihr Choresmin?« fragte der Padischah. »Jawohl, wir kennen ihn. Es ist einer der verwaisten Brüder, deren Eltern während des Überfalls unserer Feinde den Tod fanden.« Nach kurzer Weile stand Choresmin vor dem Padischah. »Warst du es, der den Drachen Ashdarcha getötet hat?« fragte der Padischah. »Ja«, erwiderte Choresmin. »Bringt ihm das beste Pferd aus meinem Stall, legt ihm den prunkvollsten Chalat an und gebt ihm zwei Batman Goldtanga«, gebot der Padischah.

Der Schatzmeister brachte zwei mit goldenen Tangas gefüllte Batman und stellte sie vor Choresmin auf den Boden. Choresmin nahm den Tonkrug mit Gold in beide Hände, hob ihn hoch über seinen Kopf und schleuderte ihn mit aller Kraft auf den Boden. Der Krug zersplitterte, und die Münzen rollten klingend über die Erde. »Was soll das bedeuten?« Der Padischah war erzürnt. »Es ist Gift«, erwiderte Choresmin. »Wenn Ihr in der Tat Padischah und Vater unseres Volkes seid, so müsst Ihr wissen, dass meine Eltern im Krieg den Tod gefunden haben. Wir wurden zu Waisen, als mein Bruder drei und ich vier Jahre alt waren. Wir wuchsen in Armut und voller Entbehrungen auf, Ihr aber habt uns nicht geholfen. Nehmet deshalb Eure Tanga zurück, wir brauchen sie nicht. Wir können von unserer Hände Arbeit leben und sind von Eurem Reichtum nicht abhängig. Heute habe ich den Drachen Ashdarcha getötet und Eure Tochter gerettet. Doch die Drachenfrau lebt noch, Eure Jungfrauen sättigen nicht ihren Hunger. Sie wird Euch noch alle vertilgen. Große Gefahr steht Euch bevor.«

Als der Padischah diese Worte vernahm, erschrak er zutiefst. Er rief seine Vertrauten. Gemeinsam flehten sie Choresmin an, ihnen beizustehen in der Nacht. »Wir geben dir alles, was du dir wünschst, doch rette uns aus der Gefahr«, baten sie. »Ich brauche keinen Lohn von euch, gebt mir nur ein fünfzig Meter langes Seil, ein Damaszener Schwert, jedem einen Tamdyr Tschureks und ein Gefäß für Wasser. Alles andere Lasst meine Sache sein«, entgegnete Choresmin. Der Padischah ließ alles bringen, worum Choresmin gebeten hatte. Dann machten sich die Brüder auf zu der grusligen Feldulme. Sie suchten nach der Fährte des Drachen und folgten ihr.

Die Brüder wanderten drei Tage und drei Nächte. Endlich gelangten sie zur Höhle des Drachen. Sie glich eher einer Grube, tief wie ein Brunnen. Vor dem Bau waren keine frischen Spuren zu sehen. Die Drachenfrau saß also in der Höhle. Choresmin sah sich um und erblickte weidende Schafe. Es waren die Tiere, die dem Drachen Ashdarcha zum Opfer dargebracht worden waren. »Wir wollen uns ein Ende des Seils an den Gürtel knüpfen und in den Drachenbau hinabsteigen. Wenn du willst, krieche hinein, sonst will ich es tun«, schlug Choresmin vor. »Ich steige hinab«, sagte Chebeschi. »Gut. Wenn du gegen die Drachenfrau kämpfen kannst, gereicht es dir zur Ehre, vermagst du es nicht, so zerre am Seil, und ich ziehe dich wieder hinauf«, antwortete Choresmin. Chebeschi knüpfte sich das Seil an den Gürtel und stieg in den Drachenbau hinab. Als er fünf oder sechs Meter über dem Boden der Höhle schwebte, erblickte er miteins den ruhenden Drachen. Der Grund des Brunnens war sehr breit. Die Drachenfrau schlief. Sie hatte den Kopf in eine Vertiefung gesteckt und den Schwanz gestreckt. Sie war doppelt so groß wie der getötete Drachen.

Neben der schlafenden Drachenfrau saß eine holde Maid und verjagte mit einem Tüchlein die Fliegen von dem Ungeheuer. Als das Mädchen ein Geräusch über seinem Kopf vernahm, schaute es hoch und sah, wie sich an einem Seil mit dem Schwert in der Hand ein Jüngling hinab gleiten ließ. »Oh Unglückseliger, geh fort von hier! Ich will allein bei dem Ungeheuer bleiben!« flüsterte das Mädchen. Chebeschi erschrak und zerrte an dem Seil.

Choresmin zog ihn rasch ans Tageslicht. »Was hast du gesehen?« fragte er den Bruder. »Dort unten schläft ein Drachen, doppelt so groß wie der getötete. Neben ihm sitzt eine Jungfrau und vertreibt die Fliegen. ›Geh fort von hier, ich will allein bei dem Ungeheuer bleiben. Es wird dich verschlingen, sobald es erwacht‹, sprach sie zu mir«, erwiderte Chebeschi. »Nein, Bruder, du hast die Prüfung nicht bestanden. Gib mir das Ende des Seils«, sagte Choresmin, knüpfte das Seil an seinen Gürtel und ließ sich in die Höhle hinab. Als Choresmin einen Meter über dem Boden schwebte, trat oben ein altes Männlein zu Chebeschi. »Oh, unglücklicher Chebeschi, weshalb sitzt du noch hier. Die Ashdarcha-Frau hat Choresmin schon vertilgt. Wirf das Seil fort und laufe davon, sonst macht das Ungetüm auch dir den Garaus.« Ängstlich warf Chebeschi das Seil fort und rannte von dannen.

Choresmin fiel auf die Drachenfrau und das Mägdelein. Der Lärm machte die Drachenfrau unruhig, sie stieß Schwaden aus den Nüstern, drehte sich unwillig auf die andere Seite und schlief weiter. Choresmin durchschnitt der Drachenfrau die Kehle. Das Ungeheuer peitschte mit aller Kraft das Erdreich. Rundum wurde es stockfinster. Choresmin spaltete dem Drachenweib mit seinem Schwert den Schädel. Dann zerstückelte er den Drachen in sieben Teile. Erst danach hauchte die Drachenfrau Ashdarcha ihr Leben aus.

Choresmin wandte sich an die Jungfrau: »Wessen Tochter bist du?« fragte er. »Ich bin die Tochter des Metzgers«, erwiderte sie. »Warum hat die Drachenfrau dich nicht gefressen?«

»Sie hat mich gefragt: ›Wer ist dein Vater?‹ Als ich antwortete, dass er Metzger sei, fragte sie: ›Dann kannst du also auch Hammel abstechen?‹ Vor Angst bejahte ich. Sie fragte: ›Man sagt, die Menschen verstünden aus einem Hammel schmackhaftes Kebab zuzubereiten. Kannst du das ebenfalls?‹ Ich bejahte wiederum. ›Wenn du Kebab bereitest und mir die Fliegen vertreibst, so will ich schlafen und dich nicht fressen‹, sagte die Drachenfrau. So war ich ihr zu Diensten. Ich bereitete Kebab zu und verjagte die Fliegen, während sie schlief.«

»Was hat die Drachenfrau sonst getrieben?« fragte Choresmin. »Sie hat zu einer Mahlzeit sieben Schafe vertilgt und danach sieben Tage und Nächte geschlafen. Im Traum sah sie, in welchen Bergen oder Festungen Gold und Silber verborgen liegt. Wenn sie erwachte, so schleppte sie die Schätze herbei und versteckte sie in ihrem unterirdischen Verlies. Der andere Ashdarcha aber brachte Tag für Tag eine Jungfrau und trieb eine Schafherde herbei«, erzählte die Jungfrau. »Wo ist der Schlüssel zu dem Verlies?« wollte Choresmin wissen. »Dort unten liegt eine dunkelblaue Katze, die trägt den Schlüssel am Hals. Jetzt schläft das Tier, doch wenn es erwacht, droht dir Gefahr«, warnte die Jungfrau. Choresmin trat vorsichtig zur Katze, zog sein Schwert und spaltete den Körper des Tieres. Er nahm die Schlüssel an sich, öffnete das unterirdische Verlies und erblickte viele Schätze aus aller Welt.

Choresmin füllte einen Krug mit zwei Batman Gold, knüpfte ihn an das Seil und sagte zu der Jungfrau: »Ich will ans Tageslicht klettern. Dann ziehe ich zuerst den Krug mit dem Gold heraus und alsdann dich. Aber du musst mir dabei helfen.« Choresmin kletterte an den Wänden der Grube hinauf, zog das Gold und danach das Mädchen heraus. Als sie glücklich am Tageslicht waren, aßen sie, verschnauften sich und machten sich auf den Weg. Als sie an einem Wald vorüber kamen, trat Chebeschi heraus. »Warum bist du fortgelaufen?« fragte Choresmin. »Ein Greis trat zu mir und sagte, dass die Drachenfrau dich verschlungen habe und dass sie sich, wenn ich nicht flüchte, auch über mich hermachen werde. Ich erschrak und lief auf und davon. Ich hatte gedacht, der Mann sei ein Heiliger, doch es war nur ein Schaitan«, erzählte Chebeschi.

Choresmin gab auch Chebeschi zu essen, und sie setzten ihren Weg mitsammen fort. Nach drei Tagen gelangten die Brüder und die Metzgertochter in die Stadt und betraten die Gemächer des Padischahs. »Nun bitte mich, worum du magst«, sagte der Padischah gnädig zu Choresmin. »Ich brauche nichts von Euch. Ich besitze selbst viele Schätze. Wenn Ihr mir aber eine Ehre erweisen wollt, so gebt mir vier kräftige Gesellen und dreißig Kamele, damit ich meine Güter heranschaffen kann«, erwiderte Choresmin. Der Padischah gab ihm alles, worum Choresmin gebeten hatte, und jener schaffte die Schätze des Drachen Ashdarcha herbei.

Just zu dieser Zeit ließ der Padischah in der Stadt eine Zitadelle erbauen und zahlte für vierzig Tage Arbeit einen Altyn. Als Choresmin dies erfuhr, beschloss er den Padischah zu beschämen und begann ebenfalls eine Zitadelle zu errichten. »Der Padischah zahlt euch einen Altyn für vierzig Tage Arbeit, ich aber will euch einen Altyn für jeden Tag zahlen«, versprach er den Arbeitern. Die Festung, die Choresmin erbauen ließ, war schöner als alle anderen Festungen auf Erden. Die Zitadelle des Padischahs wirkte neben der Festung von Choresmin wie ein Hühnerstall. Als seine Festung vollendet war, rüstete Choresmin einen großen Toi für die Armen und verteilte viel Gold unter sie.

Nach geraumer Zeit rief Choresmin abermals die Menschen und verkündete, dass er beabsichtige, sich zu vermählen. Da machte Padischah Kunja-Urgentsch ihm folgendes Angebot: »Ich will meine Tochter mit Choresmin vermählen, sucht keine andere Braut.«

»Und ich will meine Tochter Chebeschi antrauen«, verkündete der Metzger. Sie rüsteten zu einem Festgelage, das vierzig Tage und Nächte währte. Auf diesem Toi wurde unter die Armen viel Gold und Silber verteilt. Nach dem Fest erkrankte der Padischah. Bevor er das Zeitliche segnete, gebot er seinen Untertanen: »Nach meinem Tode mag Choresmin herrschen, denn ich besitze keinen Sohn außer ihm. Unser Land trägt noch keinen Namen. Choresmin aber hat unser Volk vor dem Untergang bewahrt, mag unser Reich drum fortan heißen Choesmin!« So kam der Staat Choresmin zu seinem Namen.