[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Gott und der Teufel Adams Vertrag

Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, jammerte der Teufel solange, bis er ihn aus der Hölle herauskommen ließ, aber nur einmal in der Woche, Dienstagabend. Also gut, er kam einmal aus der Hölle, er kam zweimal und betrug sich gut, aber du kennst ja das Sprichwort - wenn du ihm den kleinen Finger gibst, will er gleich die ganze Hand. Einmal bat er wieder Gott, er möge ihm gestatten, auf die Erde zu kommen, wann und wohin es ihm zu gehen gefiele. Er würde gar nichts Böses tun, versicherte er immer wieder. Gott aber, gut und barmherzig wie er ist, hatte Mitleid mit ihm und erlaubte es ihm.

Jetzt wandelte der Teufel ganz nach freiem Belieben, wohin er wollte, und begann wieder allerlei Teufeleien anzustellen. So bewog er einmal die Eva, die Früchte des verbotenen Baumes zu essen und auch Adam davon zu geben. Sie aßen sie, und um dieser Sünde willen wurden sie aus dem Paradiese geworfen, zur großen Freude des Satans und zu ihrem Schmerz.

Als Adam und Eva aus dem Paradies geworfen waren, fingen sie an, auf einem Stückchen Erde Korn zu säen, um sich das tägliche Brot zu sichern. Der Teufel aber kam zu ihnen, um nach ihnen zu sehen, denn die Menschen waren ihm lieber als alles andere auf der Erde.

»Gute Verrichtung, Adam!«

»Gebe es Gott, gnädiger Herr!« sagte Adam, der am ganzen Leibe zitterte. Denn als er den Bösen mit der langen Pfeife, dem gezwirbelten Schnurrbart und den klingenden Sporen sah, dachte er, es müsse ein Steuereinnehmer sein. »Was treibst du, Adam?« fragte der Teufel weiter und blies den Rauch aus seiner Pfeife wie ein Türke. »Verzeiht, gnädiger Herr«, sagte Adam und hielt seinen Hut in der linken Hand, die Peitsche aber, mit der er seine Ochsen antrieb, in der rechten, »ich pflüge einen kleinen Platz, um etwas Korn für das tägliche Leben zu säen.«

»Gut, Adam, aber dieser Platz, den du da mit Furchen verschandelt hast, gehört mir, und ich lasse ihn nicht Zugrunde richten.«

»Wenn er euch gehört, soll er euch bleiben, ich will nicht mit Gewalt auf ihm pflügen!« sagte Adam und zog den Pflug aus der Furche und ging fort, um auf einem anderen Feld zu ackern. Aber der Teufel trieb ihn auch von hier weg, und als Adam an einer dritten Stelle begonnen hatte, vertrieb ihn der Teufel auch von hier und sagte ihm geradezu: »Die ganze Erde gehört mir, denn ich habe sie in meinem Maul vom Grunde des Wassers geholt, und ich bin hier Herr.«

Adam verzweifelte, als er hörte, dass ihm nicht einmal zu arbeiten erlaubt sei, um sich das tägliche Brot zu sichern. So fing er an zu jammern: »Wie soll ich Armer weiterleben? Aus dem Paradies hat mich Gott geworfen. Auf der Erde lässt mich der gnädige Herr nicht arbeiten, soll ich zum Teufel gehen?«

»Du brauchst zu keinem Teufel mehr zu gehen, denn er steht neben dir!« sagte der Satan und lüftete sein Hütchen leicht, so dass Adam seine Hörner sehen konnte, die so groß waren wie die eines einjährigen Büffelkalbes. »Du brauchst nirgends mehr hinzugehen, komm, wir machen einen Vertrag, dass du und dein Weib und alle deine Nachkommen mir gehören sollen. Ich aber will euch dafür die Erlaubnis geben, so viel zu arbeiten, wie ihr wollt, und euch so lange zu mühen, bis ihr nicht mehr könnt.«

Es ist sicher, dass der alte Adam am Anfang nicht einwilligte, sich und alle seine Nachkommen dem Teufel zu übergeben. Aber schließlich, was hätte er machen sollen? Wenn er leben wollte, musste er arbeiten, und wenn der gnädige Herr der Besitzer der ganzen Erde war, musste er sich mit ihm einigen. Endlich, nach vielem Hin und Her, sagte Adam: »Gut, ich möchte dir gern einen Vertrag geben, aber ich kann nicht schreiben; denn in meiner Kindheit gab es noch keine Schulen und Lehrer, weder rumänische noch ungarische. Wie können wir dann einen Vertrag machen?«

»Lass das meine Sache sein«, sagte der Satan, und machte sofort einen großen Ziegel. Dann sagte er dem Adam, er möge seine Handfläche auf den weichen Ziegel legen, und als er sie hingelegt hatte, war der Vertrag fertig. Der Böse blies dann auf den Ziegel, bis er gut getrocknet war, und dann: hü! hott! mit ihm in die Hölle, wo er ihn geradezu auf ihren tiefsten Grund legte.

Von diesem Augenblick an musste jeder Mensch, der starb, zuerst in die Hölle gehen, um den Vertrag des Adam einzuhalten, und wer einmal dort eintrat - der war für immer eingetreten! Das aber dauerte bis zur Auferstehung des Herrn Jesus Christus. Der hat die Hölle vernichtet und all ihre Gefängnisse aus Eisen und Kupfer nieder gebrochen. Den Vertrag des Adam aber hat er zerrissen, und zerrissen blieb er bis zum heutigen Tag.