[arabisch, "Geschichte, Legende"]

Die Grille und die Ameise

Eine Grille, die da sang Sommer lang, sah die Nahrung sich genommen, als der Herbst ins Land gekommen; ach, da gab es auch kein Stückchen mehr von Fliege oder Mückchen, drum zu ihrer Nachbarin Ämse ging sie klagend hin, bat, dass sie in ihrem Leide ihr das nötige Getreide bis zum nächsten Frühling lieh. »Nimm mein Ehrenwort«, sprach sie, »dass ich bis zur Ernte zahl' Zinsen dir und Kapital.«

Ämse hatte klugen Sinn, der so schnell nicht jedem leiht. »Was tat'st du zur Sommerszeit?« Sprach sie zu der Borgerin. »Hab mich Tag und Nacht ergötzt mit Gesang auf grüner Flur.« »So, gesungen hast du nur? Nun wohl an, so tanze jetzt.«